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25.08.2026 00:00 | Teilen

Zerfall der UdSSR und die NATO-Osterweiterung:
Späte Revanche der Baltendeutschen?
Bei der Auflösung der UdSSR spielten zwei
namhafte deutsche Rechtsgelehrte eine maßgebliche Rolle. Sie stammten
aus der baltendeutschen Oberschicht und waren zur Nazi-Zeit bei den
Geheimdiensten aktiv. Ihr Konzept, wonach die baltischen Staaten von der
Sowjetunion illegal okkupiert worden waren, ist nun in Estland, Lettland
und Litauen offizielle Staatsdoktrin. -
Am 23. August jährt sich die Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes
zwischen Hitler-Deutschland und der Sowjetunion zum 87. Mal. ... [Quelle:
dert.online] JWD
...Im Westen muss das Dokument als Rechtfertigung für die Gleichsetzung
beider Staaten als ebenbürtiges Übel herhalten. Diese propagandistische
Auslegung, die vor allem darauf abzielt, der Sowjetunion eine
vermeintliche Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in die Schuhe
zu schieben, ist heute nicht nur in den drei baltischen Staaten, sondern
in der gesamten EU die unanfechtbare Staatsdoktrin.
Von Wladislaw Sankin
| 23 August 2026 | Quelle: RT DE (dert.online)

Screenshot | Quelle:
RT DE,
Zerfall der UdSSR und die NATO-Osterweiterung: Späte
Revanche der Baltendeutschen?
Rechtswissenschaftler Dietrich André Loeber im Alter von 30
Jahren/Gedenktafel für Loeber in Riga.
Damit wird auch eine besondere "Angst" der Balten und
Polen vor Russland begründet. Das ruft wiederum einen NATO-Aufmarsch
in diesem Gebiet auf den Plan – Nebeneffekte wie ein Apartheid-Regime
gegen Russischstämmige inklusive. Die baltendeutschen Netzwerke
spielen in diesem Prozess eine maßgebliche Rolle.
Zu nennen sind hier vor allem zwei Rechtsgelehrte: Professor Dietrich
André Loeber von der Universität Kiel und Boris Meissner, Direktor des
Instituts für Deutschland und Osteuropa in Göttingen – letzterer war
auch Diplomat zur Adenauer-Zeit. Beide teilten das gleiche Schicksal
der baltendeutschen Oberschicht, die im Jahr 1939 ihr angestammtes
Gebiet verlassen musste.
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Screenshot | Quelle:
RT DE
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Wenig überraschend trieben sie die Loslösung der
baltischen Staaten von der Sowjetunion ihr ganzes Leben lang voran.
Meissner entwickelte in den 1950er Jahren das Konzept der Besetzung
der baltischen Staaten und begründete wissenschaftlich deren
Nichtanerkennung unter Bundeskanzler Adenauer, als er im Auswärtigen
Amt die Abteilung für die UdSSR leitete.
Die beiden deutschen Professoren vermittelten ihren baltischen
Kollegen die Vorstellung von der Kontinuität der Existenz der
baltischen Republiken, deren Souveränität lediglich wiederhergestellt
werden müsse. Diese Idee fand ihren Niederschlag in den entsprechenden
Dokumenten der Obersten Räte von Estland, Lettland und Litauen, die
bereits zu einer Zeit verabschiedet wurden, als diese Länder noch als
Republiken der UdSSR existierten. Da diese Erklärungen formal im
Widerspruch zum Unionsvertrag standen, wurden sie mit Vorbehalten im
Hinblick auf eine Übergangsphase verabschiedet, in der ein Verfahren
für den De-jure- und De-facto-Austritt aus der UdSSR ausgearbeitet
werden sollte.
Ende 1988 und 1989 hielt Loeber in Estland und Lettland Vorträge zum
Hitler-Stalin-Pakt, dessen geheime Zusatzprotokolle damals in der
Sowjetunion noch nicht bekannt waren. Zum ersten lettischen
Juristenkongress nach der Perestroika brachte Loeber im Oktober 1990
eine im Selbstverlag gedruckte Version des lettischen
Zivilgesetzbuches von 1937 mit. Nach 1991 hielt Loeber regelmäßig
Vorlesungen an der Universität Tartu, der Universität Tallinn und der
Universität Lettlands. Er unterstützte in hohem Maße den Aufbau seines
ehemaligen Familiendomizils, des Mentzendorffhauses, in Riga.
Die Estnische SSR war die erste Sowjetrepublik, die im Rahmen der
"Parade der Souveränitäten" ihre Unabhängigkeit im November 1988
erklärte. An diesem Prozess war Loeber unmittelbar beteiligt. Juris
Bojars, ein Kongress-Abgeordneter aus Lettland, erinnert sich:
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Screenshot | Quelle:
RT DE
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Einer der Hauptakteure war der Doktor des Völkerrechts, der
baltische Deutsche und Professor an der Universität Hamburg, Loeber ,
der am 13. und 14. Mai 1989 in Tallinn eine Konferenz der Vertreter
der Volksfronten der baltischen Staaten organisierte. Zu dieser
Konferenz brachte er Kopien der geheimen Protokolle zum
Molotow-Ribbentrop-Pakt in den beiden Originalsprachen mit. Auf der
Grundlage dieser Dokumente wurden auf der Konferenz Texte zum
Selbstbestimmungsrecht der baltischen Staaten ausgearbeitet und die
geheimen Protokolle zum Pakt verurteilt.
Nach unserer Ankunft beim Kongress der Volksdeputierten der UdSSR in
Moskau haben wir, die Abgeordneten der baltischen Republiken, diese
Dokumente in der Ständigen Vertretung Estlands vervielfältigt, um sie
als Begründung für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit unserer
Länder zu nutzen, und sie dem Kongress vorgelegt, obwohl Gorbatschow
behauptete, dass es diese Protokolle nicht gebe.
Dietrich André Loeber kam 1923 in einer einflussreichen Familie in
Riga zur Welt. Ende 1939 musste er zusammen mit weiteren rund 64.000
Baltendeutschen (50.000 aus Lettland und 14.000 aus Estland) im Zuge
der "Rückholung ins Reich" seine Heimat verlassen. In den Jahren 1941
bis 1945 diente er in einer Spezialgruppe der Abwehr unter dem
Oberkommando des Admirals Wilhelm Canaris. Loeber starb im Jahre 2003
im Alter von 81 Jahren. In Lettland gilt er als einer der Architekten
der lettischen Unabhängigkeit und Westbindung. Sein einhundertster
Geburtstag wurde im Rigaer Stadtschloss 2023 mit staatlichen Ehren
gefeiert.

Screenshot | Quelle:
RT DE
| Urheberrechtlich geschützt
Einreiseerlaubnis für Dietrich André Loeber, ausgestellt von den
UdSSR-Behörden
am 15. April 1991 zum Zweck der "wissenschaflich-technischen Austauschs".
Eine ähnliche Biographie weist auch sein älterer Kollege Boris
Meissner auf. Er wurde als Sohn des deutschbaltischen
Untersuchungsrichters und späteren Staatsanwalts Arthur Meissner 1915
im westrussischen Pskow geboren. Er besuchte das Deutsche
Humanistische Gymnasium im estnischen Pärnu und studierte
Rechtswissenschaften in Tartu. Auch er folgte 1939 der Aufforderung
zur Umsiedlung der Deutschbalten in der Folge des deutsch-sowjetischen
Nichtangriffspaktes und war während der gesamten Zeit des
deutsch-sowjetischen Krieges bei der Wehrmacht. Er arbeitete in dieser
Zeit im Russland-Referat der Heeresgruppe Nord und war später in der
Organisation Gehlen aktiv.
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Screenshot | Quelle:
RT DE
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Sein besonderes "Verdienst" war die im Jahr 1954 veröffentlichte
Dissertation "Die sowjetische Intervention im Baltikum und die
völkerrechtliche Problematik der baltischen Frage", die 1956 als
eigenständige Monografie unter dem Titel "Die Sowjetunion, die
baltischen Staaten und das Völkerrecht" erschien. Dieses Werk gilt in
der westlichen Welt als juristischer Beweis dafür, dass der Anschluss
der baltischen Staaten an die Sowjetunion ungerechtfertigt war und
eine "Besetzung und einen Verstoß gegen das Völkerrecht" darstellt.
Diese Arbeit wurde erstmals anlässlich des Besuchs des deutschen
Bundeskanzlers Konrad Adenauer in Moskau im Jahr 1955 vorgestellt.
Im Jahr 1970 begann Meissner, inzwischen CDU-Funktionär, sich in der
Carl-Schirren-Gesellschaft (gehört zum Deutsch-Baltischen Kulturwerk)
zu engagieren und wurde 1971 in deren Vorstand gewählt. In den
Jahrbüchern der Gesellschaft für die Jahre 1977, 1978 und 1981
entwickelte er sein Konzept bezüglich der Besetzung der baltischen
Staaten weiter und forderte die Völker des sowjetischen Baltikums auf,
"der demokratischen Entwicklung des sowjetischen multinationalen
Staates einen Impuls zu geben". "Demokratische Entwicklung" – so
wurden in der Zeit des Kalten Krieges stets separatistische
Bestrebungen genannt.
In der späteren Phase ihrer Karriere, schon nach dem Zerfall der
Sowjetunion, wachten die beiden Forscher darüber, dass Russland keine
Aktivitäten unternahm, die den reibungslosen Beitritt der unabhängig
gewordenen baltischen Staaten in die euroatlantischen Machtstrukturen
hätten behindern können. So brachten sie 1994 einen Sammelband unter
dem Titel "Die russische Politik gegenüber der baltischen Region als
Prüfstein für das Verhältnis Russlands zu Europa" heraus. Als
"europatauglich" galt Russland offenbar nur, wenn es der Erschließung
dieser Region durch NATO und EU und damit einer parallel verlaufende
Entrechtung der Russen tatenlos zusehen würde.
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Screenshot | Quelle:
RT DE
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Beide Rechtswissenschaftler waren über die Jahre in der
NS-Ostforschung und deren operativen Aktivitäten zur Zerstörung der
Sowjetunion beteiligt. Diese Netzwerke überlebten den Krieg fast
unbeschadet und fanden in den Aktivitäten der Organisation Gehlen und
später des BND ihre Fortsetzung. Ihr langes Berufsleben schlägt einen
Bogen von Kindheit und Jugend im Baltikum, Dienst in den Strukturen des
Dritten Reiches, und revanchistisch gefärbter wissenschaftlicher Arbeit
im Kalten Krieg zur anschließenden Aufbauarbeit in den baltischen
Staaten bei gleichzeitiger Deutschland- und Westbindung.
Sie und viele andere Akteure mit Herkunft im deutschbaltischen Adel
waren damit über Jahrzehnte in ein großes Projekt involviert, das das
Baltikum wieder in die deutsche Einflusssphäre hereinholen sollte. Das
beweist einmal mehr, dass die Rückgewinnung des "Ostens" eine
langfristige Strategie war, die Nachkriegsdeutschland (mit Ausnahme der
DDR) konsequent verfolgte. Kein Zufall auch, dass in den vergangenen
Jahren viele Botschafter in Moskau nicht nur Adelige waren und
Nazi-Vorfahren hatten, sondern vor ihrer Berufung zum diplomatischen
Dienst auch Führungskräfte beim Bundesnachrichtendienst waren und sind.
Eine besondere Rolle kommt dabei gerade im Osten dem baltendeutschen
Adel zu. Dass Alexander Graf Lambsdorff, bis vor Kurzem deutscher
Botschafter in Moskau, aus einer prominenten baltendeutschen Familie
stammt, dürfte bekannt sein. Von Lambsdorff war (obgleich er in den
Interviews häufig davon spricht, wie viele Informationen er aus Moskau
nach Deutschland sandte) (offiziell) nicht beim BND, sondern "nur" beim
Parlamentarischen Kontrollgremium für die Geheimdienste.
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Screenshot | Quelle:
RT DE
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Aber auch Rüdiger von Fritsch, sein Vorvorgänger auf dem Posten, kann
sich mütterlicherseits einer Herkunft aus baltendeutschem Adel rühmen.
Bei ihm sind es die klangvollen Namen von Rosen und von Hahn. Der
Vater des Ex-Botschafters und früheren hochrangigen BND-Funktionärs
hatte während der deutschen Besetzung Litauens eine hohe Stellung in
der Verwaltung inne. Thomas von Fritsch (aus sächsischem Adel) blieb
Zeit seines Lebens ein glühender Nationalsozialist.
Ein anderer Sprössling eines baltendeutschen Adelgeschlechts, Arndt
Freytag von Loringhoven, war zwar kein Botschafter in Moskau, aber
Diplomat an der Botschaft. Und danach wurde er Vizepräsident des BND.
Sein Vater Bernd war ein mit dem Deutschen Kreuz in Gold dekorierter
Stalingrad-Kämpfer, Zeuge von Hitlers letzten Tagen im Führerbunker
und Gehlen-Mitarbeiter.
Géza Andreas von Geyr (Géza Andreas Freiherr von
Geyr-Schweppenburg-Salamon) hat österreichisch-ungarische Wurzeln, war
von 2019 bis 2023 Botschafter in Russland, zuvor im
Verteidigungsministerium tätig und von 2010 bis 2014 Vizepräsident des
Bundesnachrichtendienstes. Sein Großonkel war Leo Geyr von
Schweppenburg, ein hochrangiger Militär bei der Wehrmacht. Er war
General der Panzertruppe im Zweiten Weltkrieg sowie Oberbefehlshaber
der Panzergruppe West und seit Juli 1944 Inspekteur der Panzertruppe.
Er verfasste mehrere militärpolitische Texte und war beratend am
Aufbau der Bundeswehr beteiligt.
Diese Verknüpfung von familiärer Einbindung in die Strukturen des
Dritten Reichs, adeliger, teilweise deutschbaltischer Abstammung und
Zugehörigkeit zu den Geheimdiensten können also die meisten deutschen
Botschafter in Moskau aufweisen - zumindest in jüngster Zeit. Mit
diesem Personal will Berlin offenbar Moskau in Schach halten, während
es sein Jahrhunderte altes Einflussgebiet im Osten und speziell in
Baltikum ausbaut.
Mehr zum Thema -
Streitpunkt „Stalin-Zitate“ an Ehrenmalen: Was sagte er wirklich?

Screenshot | Quelle: RT DE via
rumble.com
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Video
"Mehr Russen töten": Russland schreibt
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